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Der Hegau
Der Hegau bezeichnet eine nordwestlich des Bodensees gelegene, mit Ablagerungen aus der letzten Eiszeit und Molasse erfüllte und von sieben Bergkegeln durchsetzte Senke (500 bis 600 m ü.M.), deren "heimliche Hauptstadt" Singen am Hohentwiel ist. Die eigenwillige Topographie der Region mit ihren steilen Bergkuppen inmitten einer sanften Hügellandschaft ist bedingt durch harte Vulkangesteine, die in weiche Molasseschichten eingebettet sind. Diese wie ein Amphitheater der Erdgeschichte anmutenden Vulkankegel sind im jungen Tertiär also vor ca. 60 Mio Jahren als damals feuerspeiende Schlote entstanden. Sie gliedern sich in eine westliche Kette (aus Basalt), der z.B. der Hohenhewen (mit 846 m ü.M. einer der höchsten der Hegauberge), der Hohenstoffeln u.a. angehören, und eine östliche Reihe (aus Phonolith), zu der u.a. Mägdeberg, Hohenkrähen, Hohentwiel gehören. Die Region wird im Süden durch den Rhein, im Westen durch den Randen, im Osten durch den Bodensee bei Überlingen und im Norden durch die Donau begrenzt. Der wohl bekannteste der Hegauberge ist der 686 m hohe Hohentwiel oberhalb der Stadt Singen, dessen mächtige Festung im Dreißigjährigen Krieg unter Major Konrad Widerhold erfolgreich gegen die kaiserlichen und bayrischen Heerscharen verteidigt wurde und erst um 1800 kampflos den Franzosen zur Schleifung übergeben wurde. Diese größte Festungsruine Deutschlands kann besichtigt werden und ist heute noch sehr eindrucksvoll. Von Ihr genießt man einen weiten Blick auf die Region mit Ihrer faszinierenden Anmut bis hin zum Bodensee. Die Festung des Hohentwiels diente im 10. und 11. Jahrhundert der Herzogin Hedwig von Schwaben, von der Victor von Scheffels berühmter Roman "Ekkehard" handelt, als Grafen- und Herzogssitz. Etwas nördlich des Hohentwiels liegt der Hohenkrähen, der sich rund 200m über die Ebene, aus der er sich aufreckt, erhebt. Auf dem Gipfelplateau seines schmal steilen Felsmassivs finden sich ebenfalls Ruinen einer mittelalterlichen Befestigungsanlage. Bekannt wurde sie vor allem unter dem Geschlecht der Friedinger, als der Hohenkrähen zeitweise Raubrittern, die die Umgegend unsicher machten, als Standort und Ausgangspunkt diente. Zahlreiche Sagen der Region berichten von den Beutezügen der Raubritter. Am bekanntesten sind hier wohl die Geschichten des im 15. / 16. Jahrhundert auf dem Hohenkrähen ansässigen Burgvogts Popolius Maier, der sich durch seine Schlemenhaftigkeit auszeichnete, die ihm den Namen "Poppele vom Hohenkrähen" verlieh. Wahrzeichendes Hegaus aber ist der Hohenstoffeln mit seinem Doppelgipfel. Noch heute findet sich im Norden des Berges an dessen Fuße ein offengelassener Steinbruch mit einer Gedenktafel, die dem Dichter Ludwig Finckh gewidmet ist. Er hat sich Zeit seines Lebens für den Erhalt der Landschaft des Hegaus eingesetzt. Seiner Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass der Basaltabbau am Hohenstoffeln gestoppt wurde und somit das markante Gesicht des Hegaus, welches der Dichter in seinen Werken liebevoll als "des Herrgotts Kegelspiel" bezeichnete, erhalten blieb. Jedoch konnte Finckh nicht alle Hegauberge retten. Der Gipfel des Heweneggs war bereits vollständig zu Pflastersteinen verarbeitet worden, so daß zu heutiger Zeit vom schroffen Vulkankegel nurmehr ein sanfter Hügel übrig ist. Der höchste der Hegauberge aber ist der Neuhewen mit seinen 869m ü.M.. Seinen Gipfel zierte eine im 12. Jahrhundert unter den Herren von Hewen erbaute Burganlage, im Volksmund als "Stettener Schloss" bekannt, das im 17. Jahrhundert in den Besitz des Fürstenberger Geschlecht überging. Und auch auf dem Mägdeberg und dem Hohenhewen, um den Reigen der Hegauberge zu vervollständigen, befanden sich in früherer Zeit Befestigungsanlagen, von denen insbesondere auf dem Mägdeberg noch Ruinen zu finden sind. Alles in allem bietet der Hegau eine faszinierende Landschaft, die einlädt
erkundet zu werden. Schroffe Vulkankegel eingebettet in Wiesen, Hügel
und Wälder machen den Hegau zu einem idealen Wanderland, das aber
auch hervorragend per Fahrrad oder gar auf Inlineskates erobert werden
kann. Neben naturkundlichen Sehenswürdigkeiten kommt aber auch der
kunst- und geschichtsinteressierte Besucher nicht zu kurz. Und an den Flanken
der Region locken der Bodensee und auf der anderen Seite der Schwarzwald
mit deren touristischen Attraktionen, die ebenfalls zum Besuchen und Verweilen
einladen.
Und wer noch mehr über den wunderschönen Hegau erfahren möchte findet auf folgenden Web-Seiten weitere interessante Informationen und Hinweise: www.hegau24.de (Informatives
rund um die Landschaft des Hegaus)
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